Tagung
Resümee und Ausblick zum Themenjahr Kulturland Brandenburg 2010
Zahlreiche Teilnehmer folgten am 29. November der Einladung von Kulturland Brandenburg ins Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zu der öffentlichen Abschlusstagung des Themenjahres 2010 "Mut & Anmut. Frauen in Brandenburg - Preußen". Auf der Veranstaltung stellten viele Partner des Jahres ihre Projekte vor, wurde ein erstes Resümee gezogen und ein Ausblick auf die Weiterentwicklung verschiedener Projekte gegeben.
"Das war und ist spannend und hoch aktuell", began Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, ihr Grußwort zur Abschlusstagung. Denn das Thema rund um die Frauen und die interessante Vermittlung weiblicher Lebensgeschichten habe nicht nur zahlreiche Besucher in die vielzähligen Ausstellungen und Veranstaltungen gelockt, sondern besonders neue, oftmals unbekannte Facetten aufgezeigt und neue Perspektiven erschlossen. Auch das frische und moderne Auftreten des Corporate Design habe dem Themenjahr viel Aufmerksamkeit beschert und zu einer gelungenen Imagepflege für das Land Brandenburg beigetragen, so Münch.
Auch der Staatssekretär des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Rainer Bretschneider, lobte die Außendarstellung von Kulturland Brandenburg und hob die Kooperation der beiden beteiligten Ministerien hervor. Die kulturelle Dachmarke könne das vielschichtige Bild von Brandenburg mit immer wiedre neuen Akzenten - vor allem im ländlichen Raum - gut nach außen projizieren. Insbersondere der diesjährigen Titel habe viele "genußvolle" Diskussionen evoziert.
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt vom Institut für Germanistik und Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig, zeigte sich ebenso in ihrem erfrischenden Vortrag begeistert vom Erscheinungsbild des Themenjahres. Denn das Frauenbild mit Schnauzer und Pickelhabe spiele vortrefflich mit Stereotypen von Frauen und Männern. Unter dem Titel "'Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen.' (Rosa Mayreder) – Von der Lust und Notwendigkeit des Entdeckens weiblicher Orte und Lebenslinien" schaute sie in Geschichte und Gegenwart des Geschlechterdiskurses, deckte Schreib- und Lebensorte von Frauen auf, verband Kulturorte in Brandenburg mit weiblichen Lebenslinien und hinterfragte ein festgelegtes Rollenverständnis in der (wissenschaftlichen) Betrachtung und Beurteilung von Frauenpersönlichkeiten. Einen Gedanken von Christa Wolf aufnehmend machte Nagelschmidt deutlich, dass sich bei der Beschäftigung mit diesem Thema, nach und nach Puzzlestein an Puzzlestein reihe. Dafür hätten die zahlreichen und unterschiedlichen Projekte im Themenjahr vieles beigetragen.
Der gesamte Vortrag von Prof. Nagelschmidt steht in Kürze auf unserer Seite zum Download bereit.
Die Abschlusstagung hat noch einmal eindrucksvoll gezeigt, wie und wo die Projekte im Jahr 2010 auf Spurensuche gegangen sind, um vergessene, verschüttete und nicht sichtbare Geschichte und Geschichten von Frauen in Brandenburg-Preußen ans Licht zu bringen. Über 100 Orte in ganz Brandenburg waren 2010 Schauplatz für Ausstellungen, Filmreihen, Theaterinszenierungen, Konzerte, Lesungen, Kunstprojekte, Stadtführungen und vieles mehr. Neues, Unbekanntes und teilweise Überraschendes ist dabei zu Tage getreten.
Das Jahr 2010 hat viele Anregungen und Anstöße gegeben, Brandenburg - Preußen aus weiblicher Perspektive zu betrachten. Mit dem Ende des Kulturland-Jahres ist das Thema aber noch längst nicht abgeschlossen. Viele Projekte und Netzwerke werden auch über das Themenjahr hinaus wirken, so das Fazit der Tagung.
Zum Abschluss des Tages führte der Kurator Dr. Sven Kuhrau durch die Ausstellung „Preußens Eros – Preußens Musen“.
















